
Wenn du weißt, welche Art von Gitarre du kaufen möchtest, die Marken und Modelle ausgewählt hast, die dich interessieren, und ein Angebot zum Verkauf von Gitarren gefunden hast, das alle Kriterien erfüllt, ist es an der Zeit zu prüfen, ob sich der Kauf der angebotenen Gitarre lohnt.
Eine Allgemeine Überprüfung besteht darin, den Zustand der Gitarre (neuer oder gebrauchter) zu überprüfen, unter anderem: Verbindung aller Teile auf ihre Qualität und Genauigkeit, den Zustand des Gitarrenhalses, die Stegmontage, die Saitenlage und vor allem solltest du die Stimmwirbel auf ihre Stabilität überprüfen. Darüber hinaus solltest du die Gitarre auf eventuelle Lackschäden wie Risse oder Kratzer, usw. überprüfen.
Der zweite Check besteht darin, festzustellen, ob diese Gitarre für dich geeignet ist. Hierzu muss auch geprüft werden, ob die äußersten Saiten in der Mitte des Gitarrenhalses gegriffen und gedrückt werden können. Wenn der Griff zu breit für deine Hand ist, kannst du keine Akkorde greifen, und auf diese Weise ist es für dich fast unmöglich, diese Gitarre zu spielen. Die Gitarre muss bequem zu spielen sein, gut in den Händen liegen und den gewünschten Klang haben.
Allgemeine Gitarrenkontrolle
Der Hals – Griffbrett
Der Hals ist das erste und wichtigste Element, das wir überprüfen. Es muss gerade sein, also schauen wir von der Kopfseite und von der Brückenseite, um zu sehen, ob es eine „Autobahn“ ist. Jeglicher Verdacht oder Zweifel hinsichtlich dieses Elements führt zur Disqualifizierung des Instruments, da ein krummer Hals, sofern es sich nicht um eine Justierung mittels des darin befindlichen Stabes handelt, nur sehr schwer zu reparieren ist. Wenn dir etwas verdächtig vorkommt, bist du dir aber nicht sicher, kannst du noch einmal nachschauen, denn wenn tatsächlich ein Fehler am Hals vorliegt, wird das ohnehin beim Testen, ob die Gitarre in allen Bünden gestimmt ist oder ob sie Bundrein ist, herauskommen.

Schwellenwerte
Prüfe die Bünde auf Abnutzung. Bundverschleiß ist bei längerem Gebrauch einer Gitarre normal und äußert sich durch Einkerbungen durch die Saiten oder eine Abflachung der Bundoberseite entlang eines bestimmten Abschnitts. Allerdings darf die Abnutzung nicht zu groß sein, da sonst die Stimmung des Instruments beeinträchtigt werden kann. Schlecht sitzende Bünde können außerdem dazu führen, dass die Saiten schnarren und das Instrument verstimmt wird. Prüfe optisch, dass keine Schwelle weiter hervorsteht als die anderen.
Du kannst auch jede Saite der Reihe nach gleichzeitig am ersten und letzten Bund andrücken und prüfen, ob die Saite an jedem Bund perfekt sitzt. Außerdem prüfe, ob die Gitarre auf allen Saiten und in allen Bünden den richtigen Klang erzeugt. Stimmt etwas mit den Bünden nicht, äußert sich dies durch ein Schnarren an einer bestimmten Stelle oder ein wiederholtes Geräusch trotz Bundwechsel.
In einem solchen Fall leg die Gitarre beiseite und verabschiede dich herzlich vom Verkäufer. Wenn die Bünde seitlich vom Hals abstehen und nicht bündig mit diesem abschließen, bedeutet dies wahrscheinlich, dass das Instrument unter ungeeigneten Bedingungen gelagert wird (durch das Trocknen schrumpft das Holz und die Metallbünde behalten ihre Länge). Dies wirft zwar kein gutes Licht auf den Verkäufer, jedoch kann eine solche Gitarre durch entsprechende Feuchtigkeitspflege (Holz quillt unter Feuchtigkeitseinfluss) wieder in einen spielbaren Zustand gebracht werden. Dies lässt sich leicht überprüfen, indem du den Hals in der Nähe des Sattels greifst und mit den Fingern am Hals entlang zum Resonanzkörper fährst. Wenn du kleben bleibst, ist es nicht gut. Die Enden der Bünde sollten perfekt bündig mit dem Griffbrett abschließen.
Bundstäbchen
Die Bundstäbchen müssen eine glatte Oberfläche haben und auch keine scharfen Kanten. Außerdem müssen sie gleichmäßig im Griffbrett befestigt werden. Sie dürfen nicht zu hoch oder schief auf dem Griffbrett montiert werden. Wenn sie auf der einen Seite des Griffbretts höher liegen als auf der anderen, kann es dazu führen, dass die Saiten beim Spielen schnarren und brummen.

Saitenlage
Die Saitenlage ist ein eher subjektives Thema, aber es ist auf jeden Fall angenehmer zu spielen, wenn die Saitenlage recht niedrig ist. Persönlich bin ich der Meinung, dass die maximal zulässige Saitenhöhe über dem 12. Bund 0,4 mm betragen sollte. Bei größeren Abständen wird das Spielen recht unangenehm. Glücklicherweise lässt sich die Saitenlage ändern und am besten überlässt man dies einem Gitarrenbauer, allerdings muss man in einem solchen Fall mit zusätzlichen Kosten rechnen.

Stimmwirbel
Die Stimmwirbel sind für den Halt der Saiten zuständig und sollten Saiten gleichmäßig aufziehen und gestimmt halten. Zur Kontrolle stimme jede Saite mit einem Stimmgerät genau und ziehe dann, vorsichtig um die Gitarre nicht zu verletzen, die leeren Saiten senkrecht zur Griffbrettebene über den 12. Bund nach oben und halte sie so für einige Sekunden in einem Abstand von 1-1,5 cm. Anschließend prüfe, ob die Stimmwerte gleich geblieben sind oder ob sich die Saiten gelockert haben. Beim Stimmen prüfe außerdem, ob sich die Tuning-Pegs leichtgängig bewegen lassen.
Die Qualität der Stimmwirbel ist entscheidend, da sie eine präzise Saiteneinstellung ermöglichen und die Saitenspannung aushalten müssen. Billige Stimmwirbel können sich manchmal langsam von selbst lösen, was dazu führt, dass die Gitarre ständig verstimmt ist. Wenn sich Gitarrensaiten beim Spielen immer wieder verstimmen, musst du deine Garantie in Anspruch nehmen und die Gitarre gegen eine neue umtauschen.

Steg
Steg muss am richtigen Platz positioniert werden und darf nicht schief liegen, außerdem muss er gleichmäßig am Korpus-Decke eingebracht werden. Ist der Steg nicht richtig befestigt, wird er bei Saitenspannung nachlassen und mit der Zeit abreißen und damit die Gitarrendecke beschädigen. Liegt der Steg schief oder an falscher Stelle, kann man die Saiten kaum Bundrein stimmen. Diese Stelle, an der die Brücke geklebt oder geschraubt wird, überprüfe sorgfältig, ob das Holz der Gitarren Decke nicht beschädigt ist.

Risse, Prellungen, Passung von Elementen
Untersuche die Gitarre sorgfältig von allen Seiten und prüfe, ob größere Risse vorhanden sind und alle Elemente gut zusammenpassen. Besonderes Augenmerk lege auf die Verbindungen zwischen Hals, Steg und Korpus. Sollten dir gravierende Konstruktionsmängel auffallen, führe die Prüfung nicht weiter durch, gibt dir Gitarre zurück. Wenn auf den ersten Blick alles in Ordnung scheint, such nach kleineren Dellen, Kratzern und auch Mikrokratzern im Lack, z. B. vom Schlagen mit Plektrum.
Individuelle Präferenzen
Wenn die getestete Gitarre die erste Stufe erfolgreich bestanden hat, kannst du mit Sicherheit sagen, dass es sich um ein gutes Instrument handelt. Nun gilt es, sich der Frage zu widmen, ob dieses Instrument unseren individuellen Erwartungen hinsichtlich Klang und Spielkomfort entspricht und auch optisch eine Bewertung abgibt.
Gitarrenhals Breite
Wenn du die Gitarre in die Hände nimmst, achte darauf, wie deine linke Hand – die Greifhand – auf dem Griff positioniert ist. (Falls du Rechtshänder bist.) Ist es dir möglich, mit dem Zeigefinger die obere E-Saite und mit dem Ringfinger die untere e-Saite zu drücken? Hat deine Hand noch Platz, um sich nach oben oder unten zu bewegen? Wenn nicht, dann kann es sein, dass der Griff zu dick oder zu breit für deine Hand ist. Versuche, mit verschiedenen Modellen zu experimentieren, wie die in deinen Händen liegen, bis du die richtige Halsbreite gefunden hast. Es gibt auch Gitarren für Frauen, die haben nicht zu breite und nicht zu dicke Griffe. Deine Hand muss sich bequem um den ganzen Griff bewegen können. Um die Akkorde bequem und korrekt zu greifen, ist der Hals der Gitarre ist sehr wichtig, mit seiner Breite, Dicke und Form.

Gitarrenhals Form
Der Gitarrenhals kommt in 3 verschiedenen Formen. Der Querschnitt eines Gitarrenhalses wird mit den Buchstaben C, D und V beschrieben. Die Rückseite des Halses weist bei einem C-Hals eine gleichmäßige Rundung auf. Die Rückseite eines D-Necks ist abgeflacht. Dieser Halstyp kommt oft bei Klassikgitarren oder „Flitzefinger-Gitarren“ von Ibanez vor. Für kleinere Hände ist ein Gitarrenhals in D-Form eine gute Wahl.

Fingerpicking
Für Fingerpicking sind die Gitarren mit etwas breiteren Griffbretter vorteilhaft. 45 oder 46 mm. sind hier ein guter Richtwert. Leider, die Barre Akkorde sind bei breiten Griffen eher schwer zu greifen.
Gitarre in Naturholz oder Bunt
Gleich bei dem Kauf solltest du wissen, welche Gitarre passt dir besser. Nach dem Kauf kannst du die Gitarre nicht mehr nachlackieren. Jede zusätzliche Lackschichte hat Einfluss auf die Akustik. Hast du Gitarre mit Satin Lackierung gekauft, kannst du die später nicht noch ein mal auf Glanz lackieren.

Klang, Spielbarkeit und Optik
Hier muss man einfach selbst beurteilen, ob die Gitarre gut klingt, ob der Ton tief und klar oder seicht und dumpf ist. Wenn du schon einmal in einem Gitarrenladen warst und etwa ein Dutzend Gitarren getestet hast, hast du bereits eine Vorstellung davon, wie Gitarren klingen können. Dieser dient als Anhaltspunkt für die geprüfte Probe. Wenn deine Gitarre tief, aber undeutlich klingt, kann das an alten Saiten liegen. Ist der Klang allerdings flach, wird er mit neuen Saiten kaum besser – dann liegt es meist am Resonanzkörper, der nicht sorgfältig genug aus minderwertigem Holz, meist Sperrholz, gefertigt wurde und dessen Klang man bei einer solchen Gitarre nicht mehr verbessern kann.
Der Spielkomfort hängt in erster Linie von der Bewegungsfreiheit auf dem Griffbrett und der Größe des Körpers ab, den wir mit unserer rechten Hand umfassen. Auch hier musst du selbst einschätzen, wie die Gitarre in deinen Händen und unter deinem Arm liegt.